Die psychotherapeutischen Mitarbeiter haben ganz unterschiedliche Schwerpunkte in Gestalt-, Gesprächs-, Familien-, Integrativer- und Verhaltenstherapie. Neben der Leitorientierung an einer verhaltenstherapeutischen Behandlung fließen die genannten therapeutischen Methoden in die therapeutische Arbeit ein. In der therapeutischen Arbeit kommen verschiedene einsichts- und bewältigungsorientierte, sowie Erlebnisaktivierende und interpersonelle Verfahren zum Einsatz.
Einzeltherapie
Die Klienten werden über die gesamte therapeutische Behandlung hinweg von einem Therapeuten (Bezugstherapeut) begleitet. Zumindest einmal in der Woche finden therapeutische Einzelsitzungen statt. In Krisensituationen oder bei Bedarf erhöht sich die Anzahl entsprechend. Mit den Klienten werden in den Einzelsitzungen u.a. die Therapieziele und ein daraus resultierender individueller Behandlungsplan erstellt. Dies ist mit Grundvoraussetzung für einen möglichen Therapieerfolg. Ziel der therapeutischen Einzelgespräche ist es, die Klienten mit Kompetenzen auszustatten die es ihnen ermöglichen, nach der Behandlung aufgrund der gewonnenen Einsichten und erworbener Kenntnisse weiter eigenständig an ihrer Suchtmittelabstinenz zu arbeiten.
Paar- oder Familiengespräche
Je nach Problemkonstellation werden Familienmitglieder und Partnerinnen im Sinne einer Paar- bzw. Familientherapie in die Behandlung miteinbezogen.
Therapeutische Kleingruppen
Im Tagwerk gibt es zwei Therapiegruppen, die parallel, zweimal die Woche stattfinden. Bisherige Verhaltensmuster, erworbene Einstellungen werden im Gruppenprozess reflektiert und Verhaltensänderungen werden gezielt erarbeitet. In der Gruppe wird prozess- und themenorientiert gearbeitet. Lernziel ist, die Klienten zu befähigen, Konflikte auszutragen, Gefühle zu äußern, die Überprüfung der eigenen Selbsteinschätzung durch Fremdeinschätzung.
Durch das teilstationäre Konzept können diese dann zeitnah im Lebensalltag erprobt werden. Positive neue Erfahrungen werden somit unmittelbar in die Realität integriert. Die Gruppe soll ein Lernfeld für das Leben im Alltag sein.
Großgruppen
Eine weiterer Behandlungsbaustein sind die Großgruppen. Hier finden sich alle Klienten zusammen. In der Großgruppe werden verschiedene Themenschwerpunkte bearbeitet. In diesen Gruppen wird themen- und prozessorientiert gearbeitet. Die Großgruppe dient dazu, die eigene Einschätzung durch Rückmeldungen der Gruppenteilnehmer ergänzen zu können. Durch die Bearbeitung und Reflektion spezieller therapeutischer Aufgaben in der Großgruppe kann der bisherige Umgang mit problematischen Situationen überprüft werden und neue Verhaltens- und Sichtweisen können sich etablieren.
Orientierungsgruppe
In der Orientierungsgruppe, die jeder Therapieteilnehmer zu Beginn seiner Therapie besuchen muss, werden grundlegende Informationen zum Thema Sucht vermittelt. Die Gruppe dient dazu, die Krankheit Sucht und deren Hintergründe besser verstehen zu lernen. Aufbauend auf diesem Hintergrundwissen sollen die Klienten im weiteren Verlauf der Therapie ihre Gründe und die Mechanismen für den Suchteinstieg besser verstehen lernen.
